Außergewöhnlich übernachten – hier schläft man kreativ

Blick vom Bett aus bei Sonnenaufgang

Wenn ich auf Reisen bin, recherchiere ich mittlerweile nicht mehr, welche Trampelpfade massenhaft Leute anziehen. Stattdessen suche ich Ungewöhnliches. Vor allem bei Quartieren lacht mein Herz, wenn sich Menschen etwas trauen und ihre Phantasie spielen lassen. Hier meine Erfahrungen, Empfehlungen und welche Quartiere noch auf meiner To-Do-Liste stehen.

Jugendherbergen

Mut zu Kreativität beweisen häufig Jugendherbergen. Durch Verzicht auf Luxus wird man mit Abenteuer und Phantasie belohnt. Zudem ist die Kontaktfreudigkeit von anderen Reisenden in Jugendherbergen häufig höher. So kann man sich leichter mit Insidertipps austauschen oder sogar Freundschaften schließen.

99 ungewöhnliche Hostels finden sich in einem Blog-Artikel auf hostelworld.com. Die Jedi-Hütten auf Isle of Sky und die Übernachtung im Jumbo-Jet in Schweden stehen definitiv noch auf meiner Liste. Als ich 2009 in Stockholm war, übernachtete ich im „Red Boat Hostel„. Ich sag nur: tolle Lage – tolles Erlebnis! Beim durchlesen der 99 ungewöhnlichen Hostels muss ich zugeben: in einem ehemaligen Gefängnis würde ich mich auch mal für eine Nacht „einsperren“ lassen.

 

Nicht in der Liste enthalten ist die Jugendherberge HI Hawthorne in Portland, Oregon, USA. Dort habe ich im September 2018 eine Nacht verbracht und war begeistert. Bunt, kreativ, innovativ – so sollen Jugendherbergen aussehen. Und abgesehen vom günstigen Preis kriegt man hier ein mehrfach ausgezeichnetes „Eco-Home“ (Regenwasseraufbereitung, begrüntes Dach,…) obendrauf.

Sollte ich mal nach Neuseeland kommen, steht ein Quartier fix auf meiner Liste: Maraehako Bay Retreat Waihau. Eine Empfehlung einer Freundin, die schon ein paarmal dort war und die Fotos schreien Urlaub! Erholung! Paradies!!!

Baumhäuser und glamouröses campen

…besser bekannt unter „Glamping“. Was Glamping-Quartiere in Europa angeht, wird man unter glamping.info gut fündig.

Ein Beispiel: das Garden Village Bled in Slowenien. Auf dieses Quartier bin ich gestoßen, als ich Baumhäuser zum Übernachten suchte. Die grüne Linie, die wunderschöne Umgebung (Bleder See in unmittelbarer Nähe) sowie der absolut faire Preis haben mich überzeugt. Die Baumhäuser sind nicht besonders groß, aber sehr intelligent eingerichtet. Jedes einzelne Möbelstück ist genau durchdacht.

Neben Baumhäusern gibt es im Garden Village Bled auch Glamping-Zelte. Meine ersten „klassischen“ Glamping-Erfahrung habe ich jedoch in den USA gesammelt.

Glamping auf der Western Ranch

Im August 2018 verbrachte ich eine Nacht in der Grand Canyon Western Ranch. Nicht ganz billig, aber richtig schön urig. Es gab sogar einen eigens angestellten Entertainer, der beim Essen und dann auch draußen beim Lagerfeuer seine Liedchen trällerte. In den US-Nationalparks ist es meist schwierig/sehr teuer zu übernachten, daher war dieses Quartier unterm Strich absolut sein Geld wert. Wer sich mit den Zelten nicht unbedingt anfreunden möchte, hätte dort sogar die Möglichkeit in Blockhütten zu übernachten.

Nationalpark…pur

Nach dieser ersten Glamping-Erfahrung hatte ich Feuer gefangen und gierig auf mehr. Das bekam ich definitiv im Under Canvas im Zion Nationalpark. Mitten im Nirgendwo umgeben von den roten Bergen des Zion Nationalparks schliefen wir eine Nacht in einem Zelt und erwachten mit Blick zum Sonnenaufgang – direkt vom großen, mega bequemem Bett aus. Luxuriös, aber dennoch auf die Umwelt bedacht – die Zero Waste-Bewegung findet dort in sämtlichen Bereichen Einzug. Das Quartier hat seinen Preis, aber es ist ein geniales Erlebnis und aus meiner Sicht absolut empfehlenswert.

Bei meinen Recherchen hat es mich gefreut zu lesen, dass es Under Canvas mittlerweile auch in den Nationalparks Yellowstone, Grand Canyon und Glacier sowie in den Great Smoky Mountains, Moab, Tucson und Mount Rushmore gibt.

Ganz reduziert

Kürzlich (Anfang Juni 2018) übernachteten wir zum ersten Mal in einem Podhaus. Besagtes Podhaus befand sich im Äckerhof im Schwarzwald, Deutschland. Wenn ich an die Umgebung denke, fällt mir nur ein: idyllisch. Man ist rundum ausschließlich vom Wald umgeben und hat sonst nur drei weitere Podhäuser in einigen Metern Entfernung und ein Stück weiter noch den Hof, in dem die Vermieter leben und ein reichhaltiges Frühstücksbuffet servieren.

Schlaffässer, Lofts und große Blasen

Schlaffässer stehen derzeit noch auf meiner Liste (waren zu unseren Wunschdaten Ende Mai leider nicht mehr verfügbar). Außerdem hab ich kürzlich von den Sonnentor Land-Lofts gelesen. „Schlafen im Kräutergarten“ verspricht definitiv einen Flair, den ich gern mal sehen/erleben/riechen möchte.

Fix auf meiner To-Do-Liste sind auch die Bubble Tents am Attersee. Ich kann mir kaum was romantischeres vorstellen, als in einer (Traum-)Blase zu liegen, der Attersee liegt mir dabei zu Füßen und abends schlafe ich unterm Sternenhimmel ein.

Geschichte erleben ohne unterzugehen…

Für mich als Titanic-Film-Fan ein Muss: eine Nacht auf der RMS Queen Mary verbringen. Hier erlebt man authentisch wie Atlantikreisen zu Beginn bis Mitte des letzten Jahrhunderts ausgesehen haben.

Gemütlichkeit in Extreme

Da darf Island natürlich nicht fehlen. Ich liebe die raue Natur dieses Landes und den Kontrast zwischen Feuer und Eis. Während ich dort war hatte ich das Glück im Skjaldarvík Guesthouse nahe Akureyri zu übernachten. Hier gab es eine klare Linie, helle Einrichtung in Kombination mit Beton und viele Upcycling-Schätze. Gutes Essen und ansprechendes Freizeitangebot inklusive.

Ungewöhnlich… und nah

Wenn es darum Phantasie in die Wirklichkeit umzusetzen war Friedensreich Hundertwasser ein Meister. Ein Urlaub im Rogner Bad Blumau lohnt sich aus meiner Sicht immer. Begrünte Dächer und auch innen wird eine grüne Linie durchgezogen (ob Einrichtung, Essen, Beheizung,…). Natürlich ist das kein ganz billiges Urlaubsziel, aber definitiv sein Geld wert. Wir wohnen nicht weit entfernt von dort und haben somit eine kurze Anreise. Wer jedoch mit Zug anreisen will, kann in der Nähe aussteigen und auf Wunsch von einem Portier abgeholt werden.

Marilyn-Zimmer im Kunsthotel Malerwinkl
Marilyn-Zimmer im Kunsthotel Malerwinkl

Wenn es um Phantasie geht aber auch um kulinarische Highlights ist das Kunsthotel und Restaurant Malerwinkl in Hatzendorf eindrucksvoll. Es befindet sich im steirischen Vulkan- und Thermenland. Überall im Haus gibt es Kunst zu entdecken. Wir waren Ende 2015 für eine Nacht im Marilyn Zimmer. Kurz darauf wurde renoviert und erweitert und ich bin überzeugt, dass sich eine Reise nun umso mehr lohnt.

Wunschziele

Ganz oben auf meiner „Da muss ich noch hin“-Liste steht eine Übernachtung im Glas-Iglu im Lappland in Finnland: Kakslauttanen Arctic Resort – Igloos and Chalets. Ich träume davon im Winter da drin unterm Sternenhimmel einzuschlafen und mit ein bisschen Glück die Nordlichter zu sehen. Außerdem träume ich davon in Locations zu übernachten, wie zum Beispiel:

  • (Schnee-)Iglu
  • Leuchtturm
  • Unter Wasser
  • Auf der Alm im gemütlichen Bett unter Sternen

Meine Recherchen waren derzeit leider noch etwas dürftig für passende Adressen für meine Wunschliste. Ich freue mich daher über jegliche Ideen und Tipps!

Links und Übersichtskarte

Hier ist meine Übersichtskarte mit oben erwähnten Quartieren zu finden:

Bei meinen Recherchen bin ich übrigens auf eine Google Maps-Karte gestoßen, die (laut Titel) 65 originelle Übernachtungsmöglichkeiten beinhaltet:

 Hier findet sich sicher noch der eine oder andere Schatz (ich sag nur: „Ein Bett im Kornfeld„). 17 davon sind in Österreich und viele weitere sehr nahe (kurz hinter der Grenze).

Ein weiterer Recherchetipp, den ich erst vor kurzem entdeckt habe ist urlaubsarchitektur.de.

Meine Recherchen enden hier … definitiv NICHT! Ich will auch zukünftig auf Originalität setzen und diesen Eintrag ergänzen. Gefühlt am Anfang stehe ich zum Beispiel noch bei der weiten Angebotswelle von AirBnB. Großes Interesse weckt bei mir auch immer die Mischung zwischen Kreativität und Nachhaltigkeit. Je ökologisch verträglicher, desto besser. Für weitere Infos und Tipps bin ich daher sehr dankbar!

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2 Gedanken zu „Außergewöhnlich übernachten – hier schläft man kreativ“

  1. Das sind wirklich außergewöhnliche Unterkünfte. Eine willkommene Abwechslung neben dem Urlaub in einem Hotel oder dergleichen. Wir haben schon lange geplant einen solchen Urlaub zu testen und haben bislang das Baumhaus im Hinterkopf. Allerdings klingt ein Übernachtung in Schlaffässer oder Bubble Tents auch nicht schlecht. Nächstes Jahr verbringen wir nochmals unseren Urlaub in Südtirol, ganz klassisch in einem Hotel (https://www.feldhof.com/), doch dann werden wir wieder für Abwechslung sorgen.

    Danke für die guten Tipps!

    Johannes

    1. Einfach ausprobieren ist aus meiner Sicht das Beste. Freut mich jedenfalls sehr, wenn meine Tipps gut ankommen. Dann genießt erst mal den Urlaub nächstes Jahr in Südtirol. Wenn ihr danach tolle neue Quartiere ausprobiert (es gibt ja ständig was Neues) könnt ihr gern davon erzählen. Bin immer neugierig auf neue Erfahrungen und Infos.

      Liebe Grüße
      Martina

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