Best of „Bio? Logisch!“-Kolumne

Seit Juni 2018 schreibe ich für das Pfarrblatt Premstätten-Wundschuh (erscheint viermal jährlich) eine Kolumne mit Schwerpunkt „Schöpfungsverantwortung“. Ich versuche dabei möglichst praktische Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil zu formulieren. Meine vier besten Kolumnen habe ich für euch hier zusammengefasst:

Wie viel Veränderung können wir tragen?

Veränderung ist gut – doch wie viel verträgt unser Kleiderkasten? So manche Zahlen haben bei mir einen Weckruf ausgelöst: Die Bekleidungsproduktion hat sich in den letzten Jahren verdoppelt. Im Durchschnitt kaufen wir 60 Kleidungsstücke pro Jahr, tragen diese aber nur noch halb so lang und manche Stücke selten bis gar nicht.

Kleidung hat sich von einem Grundbedürfnis zu einem Wegwerfprodukt entwickelt. Mit dem Aufruf #whomademyclothes („Wer hat meine Kleidung gefertigt?“) fordert die Bewegung „Fashion Revolution“ mehr Transparenz in der Modebranche. Produzenten von Billigmarken haben oft wenig Einblick in ihre komplexen Lieferketten, hinter denen sich unmenschliche Arbeitsbedingungen, unsichere Fabriken und giftige Chemikalien verbergen. Sehr wohl interessiert es sie, was wir als Konsumenten wollen und fordern. Billigstware? Oder fair produzierte, hochwertige Ware?

Greenpeace z.B. fordert Kleidung mehr zu schätzen, zu pflegen und bei Bedarf zu reparieren (z.B. beim Repair Café Premstätten). Mit einer längeren Lebensdauer (Kleidung soll mindestens 30-mal getragen werden) können Ressourcen geschont werden. Secondhand-Käufe, Flohmärkte und Kleidertausch-Partys sind weitere Möglichkeiten. Online findet man reichlich Unterstützung, wie z.B. durch die Flohmarkt-App Shpock, Facebook-Gruppen wie „Premstätten verkauft und verschenkt“ u.v.m..

Aus meiner Sicht ist es höchste Zeit für Veränderung – nicht im Kleiderkasten, sondern im Konsumverhalten.

(Kolumne vom September 2019)

Reparieren statt eliminieren

Es gibt nur diese eine Welt. Die Quellen unserer Ressourcen sind begrenzt
und können versiegen. Wir tragen die Verantwortung – Schöpfungsverantwortung. In meinen Gedanken ist die Schöpfungsverantwortung jedenfalls untrennbar mit Gemeinschaft
verbunden. Papst Franziskus spricht in seiner Öko-Enzyklika „Laudato si“ zum Beispiel auch von einer sozioökologischen Krise. Ein ökologischer Lösungsansatz ist für mich somit gleichzeitig ein sozialer Ansatz.

Repair Cafés sind für mich in dieser Hinsicht ein wunderbares Musterbeispiel. Die Idee, ein solches auch bei uns in Premstätten zu initiieren, hat in mir Feuer gefangen und ich habe die Hoffnung, dass sich viele davon anstecken lassen. Ich habe andere Repair Cafés besucht und miterlebt, wie nicht nur Sachen repariert werden, sondern Gemeinschaft gelebt wird. Menschen plaudern ungezwungen miteinander, unterstützen sich gegenseitig mit kreativen Ansätzen und freuen sich über jeden Erfolg. Auch wenn nicht jedes Ding, das gebracht wird, repariert werden kann, spricht eine recht hohe Erfolgsrate anderer Repair Cafés für die Sinnhaftigkeit einer solchen Veranstaltung. Man kann definitiv immer etwas dazulernen und es ist ein vielversprechender Schritt, in den Köpfen der Menschen ein Umdenken anzuregen. Man traut sich mehr zu und wirft Dinge nicht mehr achtlos weg.

Ich sehe hier eine lebendige Chance, generationenübergreifend (ob Schüler oder Pensionist, Arbeiter oder Angestellte, …) die Talente, die Gott uns geschenkt hat, einzubringen, um Gutes zu tun und als Gemeinschaft zu wachsen. Ich freue mich über jede helfende Hand, die sich angesprochen fühlt und dabei sein möchte.

(Kolumne vom Juni 2019)

Tschüss Fleisch – Hallo Vielfalt!

Fleischweihe – alle freuen sich auf das gemeinsame Essen danach. Und gerade bei jenen, die in der Fastenzeit Fleisch gefastet haben, ist die Vorfreude auf Ostern groß. So besonders sollte der Verzehr von Fleisch immer gelebt werden (Stichwort: Sonntagsbraten). Hohe Qualität und Fleisch aus der Region in Maßen statt Massen! Doch: Österreich liegt in der EU mit einem Fleischverbrauch von 63 kg pro Jahr auf Platz 3 (hinter Luxemburg und Spanien) und weltweit auf dem unrühmlichen Platz 15. Die Wahrheit ist: der hohe Fleischkonsum schadet dem Klima, der Umwelt, den Menschen…uns selber. Warum also nicht öfter mal vegetarisches oder sogar
veganes Essen zelebrieren?

Hülsenfrüchte (z. B Bohnen oder Linsen) und Nüsse können als wichtige Eiweißquelle einen Vorrang einnehmen. Frisches Obst und Gemüse aus der Region und saisonal abgestimmt, bringen nicht nur viele Nährstoffe, sondern auch herrliche Gerichte in vielen Varianten auf den Tisch. Das Essen wird so reicher an Ballaststoffen, die Verdauung verbessert sich, der Cholesterinspiegel und das Gewicht sinken, usw..

Auch am Grill kann das „Fehlen“ von Fleisch zur Bereicherung werden – ob
Tomaten, Zucchini, Spargel, Brokkoli, Mais, Kürbis, Kartoffeln oder eine
Pizza – der saisonale Reigen inspiriert zu vielen Ideen und erweitert den
Horizont ungemein! Experimente mit verschiedenen Gewürzen, Schmökern
in vegetarischen Kochbüchern oder vielleicht sogar spezielle Kochkurse
bringen Spaß und Abwechslung.

Übrigens teste ich seit kurzem die Smartphone-App „Beste Reste“,
durch die man sich je nach vorhandenen Lebensmitteln Rezepte vorschlagen lassen kann. Fazit: gute Idee(n)!

(Kolumne vom März 2019)

Lebensmittel sind kein Müll

Unser tägliches Brot gib uns heute – doch in Österreich landet jedes fünfte Brot im Müll! Wie kann man das ändern?
Wann immer ich zuhause Essen vorbereite, schaue ich in den Kühlschrank und analysiere, was dringend verwertet werden muss. Die Zutaten, die am dringendsten wegmüssen, schlag ich im Internet mit dem Stichwort „Rezept“ nach und lass mich dann von Vorschlägen zu einer Mahlzeit inspirieren.

Eine weitere Idee: „wandernde“ Post-Its verwenden. Sie markieren jene Lebensmittel, deren Verfall näher rückt. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt übrigens nichts über den Zustand. Denn es heißt „Mindestens haltbar bis“ und nicht „sicher tödlich ab…“. Gerichte in Mehrwegbehältern einfrieren ist eine weitere praktische Option.

Noch effizienter ist es, einen wöchentlichen Menüplan zu schreiben.
Alle dafür notwendigen Zutaten besorgt man sich mit einem entsprechenden Großeinkauf (= weniger Fahrten für Besorgungen).

„Wenn das Brot, das wir teilen …“ – Lebensmittel können zugunsten anderer geteilt werden. Wenn man sehr viele Lebensmittel im Hause hat, kann man Leuten eine Freude machen und sie zum Essen einladen.
Im großen Stil rettet die Team Österreich Tafel von Ö3 und dem Roten
Kreuz Lebensmittel für Menschen in Not. So werden z.B. in der Feldkirchner Straße in Seiersberg-Pirka alle zwei Wochen von 75 unterstützenden Betrieben in Graz-Umgebung Lebensmittel für Bedürftige gesammelt und
kostenlos zur Verfügung gestellt.

Eine große Ideenvielfalt zur Rettung von Lebensmitteln – egal ob Obst, Gemüse oder „fünf Brote und zwei Fische…“. Achten wir auf die kostbaren Geschenke Gottes „…und alle werden satt“.

(Kolumne vom September 2018)

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